Geschichte

Utersumer Geschichte

alterhofGanz im Westen von Föhr liegt das Dorf Utersum. Hier leben ca. 450 Menschen. In früheren Zeiten verdiente man sich seinen Lebensunterhalt durch die Seefahrt. Später spielte die Landwirtschaft eine immer größere Rolle, was man noch gut bei einem Spaziergang durch das Dorf erkennen kann. Doch die Scheunen und Ställe der ehemaligen Bauernhäuser werden längst nicht mehr für die Unterbringung von Heu und Vieh genutzt, sondern sind zu modernen Ferienwohnungen umgebaut. Landwirtschaftliche Betriebe wurden in der Feldmark angesiedelt. Und so findet man im Ortskern noch sehr schöne Reet gedeckte Friesenhäuser.

Im „Taarepshüs“ (zu deutsch: Dorfhaus), ein ebenfalls umgebautes Bauernhaus, finden in der Saison viele Veranstaltungen statt. Verschiedene Restaurants und Cafes bieten ein großes Angebot für das leibliche Wohl an. Im Nordseebad Utersum wird noch viel Wert auf Tradition gelegt. So hört man auf der Straße oder in Geschäften die Leute häufig „fering“ (den hiesigen Dialekt des Friesischen) sprechen. Auch die schöne Friesentracht wird noch bei einigen Anlässen von den Frauen und Mädchen getragen.

Erstmalig wird die Insel Föhr 1231 im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II. erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war Föhr allerdings noch keine Insel, sondern gehörte zum Festland. Dies sollte sich am 1. Januar 1362 ändern – in der Nacht gab es eine gewaltige Sturmflut, die das Land über weite Strecken überflutete. Diese nannte man auch die Grote Mandränke. Viele tausend Menschen und Tiere kamen ums Leben. An diesem Tag entstand die Insel Föhr. Es bildeten sich neben Föhr auch die beiden Schwesterinseln Sylt und Amrum.

1360 wurde Utersum zum ersten Mal erwähnt.

Die eindrucksvollsten Zeugen der Vergangenheit sind die „Burgen“, von denen die Borgsumer Lembecks-Burg noch erhalten ist. Die kleinere Burganlage bei Utersum wurde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts abgetragen. Der Zweck dieser Burgen ist bis heute nicht sicher geklärt. Offenbar waren es Fluchtburgen der einheimischen Bevölkerung gegen die Raubzüge der Wikinger.

Früher gab es bei uns über 50 Hügelgräber, sie wurden größtenteils eingeebnet. Geblieben sind uns u.a. 3 Hügelgräber (Triibergem) aus der Bronzezeit. Diese belegen die frühzeitliche Besiedlung in der Bronzezeit.

Zwischen dem 11. und 18. Jahrhundert beschäftigte man sich auf Föhr mit der Salzgewinnung. Föhr bestand zu großen Teilen aus Moorflächen. Als die Insulaner diese trocken legten, gewannen sie daraus den Torf. Dieser Torf wurde nun mehrfach mit Salzwasser aus der Nordsee übergossen. Um nun an das Salz heranzukommen wurde dieser Torf verbrannt und mit Wasser vermischt. Diese Lake wurde nun in großen Töpfen ausgekocht. Sobald man das Wasser verkocht hatte, blieb das kostbare Salz zurück.

Die Föhrer verdienten lange Zeit ihren Lebensunterhalt mit dem Walfang. Von Anfang des 17. bis hin zum Ende des 19. Jahrhunderts war dies eine lukrative Einnahmequelle. Einige der erfolgreichsten Kommandeure aber auch viele Seeleute kamen von der Insel. Man schloss sich dänischen, niederländischen und britischen Schiffen an, um auf große Grönlandfahrt zu gehen. Zur Jagd hatte man lediglich die Harpune. Einer der weltweit erfolgreichsten Walfangkommandeure kam von Föhr. Der 1632 geborene Matthias Petersen aus Oldsum kam auf 373 Walfänge als Kommandeur und wurde fortan nur noch der „Glückliche Matthias“ genannt. Heute findet man sein Grab auf dem für seine Grabsteine berühmten Friedhof von St. Laurentii in Süderende.

1819 begründete man in Wyk das erste Nordseebad. Der dänische König Christian VIII. hielt zwischen 1842-47 Sommerresidenz in Wyk. In dieser Zeit kam auch Hans Christian Andersen auf die Insel. Auch der Komponist Johann Strauss verbrachte mehrere Sommerurlaube auf Föhr.

Nach der schweren Sturmflut vom 16/17. Februar 1962 wurde der gesamte Föhrer Seedeich von Wyk bis Utersum verstärkt und erhöht. Dieser neue Deich hat seitdem bei schweren Stürmen in den vergangenen Jahren seine Standfestigkeit bewiesen.

Hans Rosenthal war regelmäßiger und begeisteter Besucher der Insel Föhr. Jedes Jahr verbrachte er mehrere Wochen auf der Nordseeinsel und besaß ein Haus in Utersum. Nach ihm ist der Platz vor dem Haus des Gastes in Utersum benannt, wo für ihn auch ein Denkmal errichtet wurde.

Triibergem werden drei Grabhügel in Utersum genannt, deren Ursprung letztendlich nicht geklärt sind. Der Legende nach lebten in diesen Hügeln Zwerge, um die auf der Insel so manche Sage kursiert. So sollen Zwerge in den oft zu findenden Hünengräbern gewohnt haben. Viele Geschichten kreisen um diese Zwerge. So zum Beispiel die des Bauern, der ein kleines Messer in der Nähe eines solchen Grabes gefunden haben will. Eines Tages taucht ein Zwerg auf, der sein Messer unbedingt wieder haben will. Der Bauer handelt mit ihm aus, dass, wenn er ihm das Messer überlässt, er beim Pflügen in jeder Furche ein Goldstück vorfinden wird. So geschah es. Dem Bauern brachte dies indes wenig Glück. Durch seine Gier pflügte er nun Tag und Nacht seine Felder und eines Tages fiel er tot auf seinem Feld um.

Etwas ganz Besonderes ist der Utersumer Strand. Trotz Ebbe und Flut kann man hier immer baden und das, auch für Kinder, nahezu gefahrlos. Vom Strand aus hat man eine herrliche Sicht auf die beiden Nachbarinseln Amrum und Sylt. Bekannt und besonders beeindruckend sind vor allem die traumhaften Sonnenuntergänge, die viele Gäste an den Strand und Deich unseres Nordseebades locken.

Die Flagge Nordfrieslands

FlaggeNFkleinAls nordfriesische Flagge gilt seit Anfang des 19. Jahrhunderts die Farbenfolge Gold – Rot – Blau. Das „Nordfriesen-Wappen“, zeigt einen halben Reichsadler – der sich auf angeblich von deutschen Kaisern verbürgte Freiheiten für die Friesen bezieht -, eine Krone – nämlich die des dänischen Königs, des damaligen Landesherren – und einen Grütztopf – friesische Frauen sollen Gegner, man dachte damals wohl an die Dänen, mit heißer Grütze in die Flucht geschlagen haben, als die Kampfkraft ihrer Männer erlahmte.